ASV Oelsnitz
Judo

HERZLICH WILLKOMMEN

Judo, Krafttraining und Freizeitveranstaltungen



Mitglieder

Wir sind mit Stand 19.07.2020 in unserem Verein   92   Mitglieder.

5 weitere Mitglieder sind noch im Probetraining.

Ihr könnt bei uns an einem Probetraining von 1 Monat kostenlos teilnehmen.

Den Judoanzug und Trainingsausrüstung bekommt ihr kostenlos zur Verfügung gestellt.





Training in den Sommerferien

Zentraltraining  Vogtlandsporthalle in den Sommerferien immer Donnerstag von 18:00 bis 19:30 Uhr.

Anfänger-Kindertraining in der Oberschule Oelsnitz geht am 31.08.2020 wieder los.



Anmeldung zum Probetraining

Telefon oder WhatsApp unter: 0160 36 39 077

E-Mail:     judomike100@t-online.de








 






Nächste Gürtelprüfung:

Herbst 2020

Training am 16.07.2020 mit Simon Yacoub

Zum letzten Training vor den Ferien konnte der Verein den Gasttrainer Simon Yacoub auf der Matte begrüßen dürfen.

Es machte richtig Laune mit so einen tollen Judoka auf der Matte zu trainieren.

47 Teilnehmer aus unserem Verein nahmen an dem Sondertraining teil.

Am Ende des Trainings war Pizza essen angesagt.

 


Interview von Ingo Ratke


Simon Yacoub, herzlich Willkommen im Vogtland! Endlich wieder internationales Judoflair in Oelsnitz. Lass mich ein paar Fragen an Dich loswerden.

Du arbeitest, wie man soeben im Training sehen konnte, mit viel Freude und Spaß mit Kindern und Jugendlichen. Ist das weniger anstrengend als z.B. mit den Bundesligajudokas oder ist das etwas anderes?

Das ist komplett was anderes. Bei den Bundesligajudokas gilt es, sportlich erfolgreich zu sein. Man hat auch einen gewissen Druck dahinter. Und hier natürlich Freude an dem Ganzen was man macht. Hier geht es darum, Leuten ein Lachen in das Gesicht zu zaubern. Also etwas anderes, aber letztendlich ist das Produkt das gleiche: Judo.

Du bist nicht mehr Bundesligatrainer. Was machst Du momentan?

Ich studiere momentan Medizin im 9.Semester.

In Leipzig?

Ja, in Leipzig. Vom Judo weg komm ich nicht. Ich mache gerade die Trainer C Ausbildungen und Weiterbildungen der Trainer im JVS. Ich habe neue Projekte im Kopf mit Judo, da will ich aber noch nicht zu viel darüber erzählen.

In einem Interview letztes Jahr hast Du gesagt, der „unbedingte Wille der Athleten ist auf der Strecke geblieben“. Liegt das an den Strukturen oder gibt es einen allgemeinen Wertewandel, wonach Schule und Ausbildung vorrangig sind? Mit Judo wird man ja nicht reich!

 Ja, das ist ein Problem, was wir viele Jahre beobachten können. Ich habe es nur in Leipzig gesehen, dass einfach die Mentalität der Athleten eine andere ist wie vor 10 Jahren oder noch viel eher vor 30 Jahren, Sven Helbing und Co, die Generation. Das natürlich unter einen Hut zu bekommen, die neue Mentalität, vielleicht auch andere Strukturen, Trainingsbedingungen etc. ist uns zumindest in Leipzig nicht gelungen.  

Ist vielleicht ein bundesweites Problem, oder?

Ich denke schon. Ich habe es aus vielen Ecken auch gehört. Aber wenn ich mir z.B. den Stützpunkt Potsdam angucke, die haben eine Supergeneration. Die räumen eine Medaille nach der anderen ab, durch alle Altersklassen hindurch. Also denen ist es strukturell gelungen, auch erfolgreich zu sein. Vielleicht habe ich diese Meinung auch exklusiv, aber man muss dazu sagen, in Leipzig sind alle Olympiastützpunkte bis 2024 verlängert worden, ein Stützpunkt hat es nicht geschafft, dreimal darfst Du raten, welcher?

Judo.

Es ist also nicht nur an den Haaren herbeigezogen.

Der Trend der Vereine geht mehr Richtung sinnvoller Freizeitgestaltung als aktiver Wettkampfbetrieb. Gibt es ein Alter, bis wo man gesehen hat, ob jemand absolutes Talent hat und folglich Kandidat für eine Sportschule ist oder kann das auch mit den Trainingsjahren kommen?

Den Trend finde ich leider schade. Freizeit- und Breitensport sind sehr wichtig für uns, das ist ein Superkonstrukt, zur Freude an der Bewegung, zur Gesundheit usw. Aber wir in Sachsen können nur erfolgreich sein, wenn wir Rohdiamanten an die Sportschule delegieren. Wir haben super Trainingsbedingungen in Leipzig. Mit Udo Quellmalz und Mike Göpfert gibt es zwei herausragende Trainer vor Ort. Uns muss es gelingen, beides wieder besser zusammenzufügen, also Freizeitsport und Leistungssport.

Wann man es so richtig sehen kann, glaube ich, gibt es kein genaues Alter. Es gibt Leute, die sind mit 6, 7 Jahren motorisch auffällig. Es gibt aber auch Leute, Quereinsteiger, denen es genauso gelingt, im Judo noch erfolgreich zu sein. Da gibt es kein spezielles Alter. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass wenn man im Judo national bzw. international erfolgreich sein will, man in der 5.Klasse an die Sportschule wechseln sollte, weil man dann ein komplettes Trainingskonstrukt durchläuft. In Leipzig ist es derzeit die 7.Klasse, weil man davon ausgeht, die Kinder verlieren die Lust am Judo. Das ist eine Einstellungsfrage. Ich wusste von Anfang an, ich möchte Hochleistungssport machen, so ab der 7.Klasse. Ich war in der 5.Klasse auf der Sportschule und hatte immer Lust.

Das nimmt mir die nächste Frage schon etwas vorweg. Der Vorteil von Judo ist ja die Vielseitigkeit. Du lernst Techniken, Du kannst Dich wehren. Du hast Disziplin und Du kriegst Respekt vermittelt. Wann hast Du mit Judo begonnen und wer hat Dich zum Judo gebracht?

Ich war in Taucha bei Leipzig. Ich war hyperaktiv. Da hat mich mein Opa zum Turnen geschickt, was aber nicht so das richtige war. Zu seicht, sag ich mal. Wir sind dann, ich war 5, in Taucha in die Judohalle gekommen. Beim Übergang zur 5.Klasse gab es einen Eignungstest und ich bin genommen worden.

Haben sich die Regeländerungen der letzten Jahre bewährt? Früher gab es kleine Wertungen und der Kampf war nach Ablauf der Zeit zu Ende; jetzt brauchst Du schon mehr.

Am Anfang hat man immer geschluckt mit den Regeländerungen, keine Beingreifer mehr. Letztendlich hatten die Regeländerungen ihr Für und Wider. Ich denke, da ist der optimale Weg nicht gefunden. Ein schöner Te-guruma oder Kata-guruma sind tolle Techniken, allerdings war in den leichten Gewichtsklassen dieses Rumgekrauche nach den Beinen nicht attraktiv. Die internationale Judoföderation hat versucht, Wege zu finden, den Sport zu vermarkten. Mittlerweile ist es soweit, dass wir eine schnelle Kampfzeit haben, das ist wichtig. Vier Minuten reichen völlig aus. Das ist medienwirksam, regelmäßig auf Eurosport vertreten. Und als Topathlet kann man mittlerweile sehr gut Geld verdienen. Wir sind gar nicht mehr diese Randsportart, sondern es gibt Judokas, die mit ihrem Sport viel Geld gemacht haben. Das zeugt davon, dass die Regeländerungen der letzten Jahre doch ein Stück weit gegriffen haben.

Letzte Frage. Du bist international für Palästina gestartet. Hast Du noch Verbindungen?

Mein Papa stammt von dort. Er hat noch vier Schwestern.

Keine Judokas?

Nein, keine Judokas.

Das war letztendlich auch schwierig mit dem Verband. Ich hab versucht, viel für sie zu organisieren. Auch zusammen mit dem IJF-Präsidenten Marius Vizer gute Verhältnisse zu schaffen, weil Palästina ja auch andere Probleme als Judo hat. Das ist mir in der Zeit, wo ich für Palästina aktiv war, gut gelungen. Man konnte eigentlich sofort einen Cut sehen, als ich da weg war. Da ist es zusammengebrochen. Das ist schade. Ich habe meine Hilfe auch nach meiner aktiven Laufbahn angeboten. Aber da kam dann nichts mehr und da kann ich mich auch nicht mehr einbringen.

Simon, herzlichen Dank für das Gespräch und bis bald mal wieder beim ASV Oelsnitz!

Gerne.


 



018981


 

Veranstaltungen


Trainingslager in Grünheide

Beginn:10.07.2020
15:00
Ende:12.07.2020
12:00

Ausschreibung in Kürze hier



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